• BM Borstner D.

Feuerwehrwesen im Homeoffice

Retten, Löschen, Schützen, Bergen,

wird in Zeiten der Corona-Pandemie ganz neu gedacht und kurzfristig umstrukturiert. Unweigerlich drängen sich dieser Tage die Schlagworte "Schützen" und "Retten" in den kollektiven Vordergrund. Mit den erlassenen Gesetzen und den Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie schützen wir mit Durchbrechung unserer gewohnten, stark vernetzten Lebensstrukturen uns gegenseitig und retten somit Leben.


Im Schlagschatten davon schwingen dennoch nach wie vor auch "Löschen" und "Bergen" mit. Dies bedeutet für die Feuerwehren im Land, dass die Einsatzarbeiten nach dem gesetzlichen Rahmenauftrag übertragen durch den §1 des Kärntner Feuerwehrgesetz (K-FWG) natürlicherweise weiterhin vollumfänglich bedient werden müssen.



Neue Herausforderungen


Minimalbetrieb, neue Sicherheitsvorschriften, Sicherheitsabstände und adaptiere Einsatz- und Organisationsabläufe sollen das Risiko einer Ansteckung in der Feuerwehr reduzieren, stellen uns aber gleicherweise vor neue, unbekannte Herausforderungen.

Wie soll man sich koordinieren?

Wie kann die Mannschaft abgeholt werden und im Informationsfluss gehalten werden?

Wie können geänderte Einsatzabläufe schnell und nachhaltig eingeschliffen werden?

Es zeigt sich, dass heute Informationen und Transparenz wichtiger als je zuvor sind.



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Die digitale Komponente


Eine Möglichkeit dazu bieten die unterschiedlichsten digitalen Kommunikationsplattformen.

Im Zeitalter der Digitalisierung scheint es gute Voraussetzungen dafür zu geben, um die Kommunikation und den Informationsfluss innerhalb der Mannschaft auch in Krisenzeiten unter den gegebenen Umständen bestmöglich sicherstellen zu können.

Doch bietet der Markt eine schiere Fülle von Software-Lösungen, aus denen es gilt, auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnittene, geeignete Kombination zusammenzustellen. Wir für unseren Teil setzen, ergänzend zu den offiziellen Kommunikations- und Alarmierungskanälen, auf eine Kombination aus Microsoft Office365 und WhatsApp. Der Einsatz dieser Plattformen bietet uns eine wesentliche Erleichterung in der Organisation und Koordination der Zusammenarbeit, nicht nur in Zeiten von räumlicher Distanzierung ("Social-Distancing").


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Die menschliche Komponente


Gelebte Kameradschaft und Menschlichkeit wird in dieser Zeit besonders hart auf die Probe gestellt. Dem Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und die Wahrnehmung von Selbstverständlichkeit rücken dadurch wieder verstärkt ins Bewusstsein. Ausnahmesituationen wie diese zeigen uns auf, wie wichtig auch die menschliche Komponente innerhalb der Feuerwehrfamilie nicht nur für den Einsatzbetrieb ist. Soziale Gruppenkongruenz und gemeinsame Tätigkeiten sind ein einwesentlicher Bestandteil unseres alltäglichen Lebens, dem momentan nur mit großen Abstrichen und Einschränkungen nachgekommen werden kann.



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Neue Wege und Antworten


Krisen helfen uns bewährte Praxen zu überprüfen, daraus zu lernen, oder zwangsweise neue Wege zu gehen. Die Erfahrungen dieser Tage werden uns auch nachhaltig und langfristig begleiten und unsere weitere Lebensweise über das Feuerwehrwesen hinaus beeinflussen.

Die verordnete Zwangspause bietet die Möglichkeit, sich einen Überblick außerhalb des Alltäglichem zu verschaffen und die Prioritäten neu zu ordnen und zu strukturieren.

Auch das Feuerwehrwesen wird sich durch diese besonderen Anforderungen ändern. Digitale Kompetenzen werden schon tagesaktuell in Windeseile ausgebaut, was aber wichtiger ist, es ändert sich das Bewusstsein von Menschlichkeit, Zusammenarbeit, Kameradschaft und gegenseitiger Hilfe und Zusammenhalt.


Rückbesinnung auf zentrale Werte, Fokussierung auf den Menschen, neue Kommunikationswege, zwangsweise Adaptionen sind nur einige exemplarische Einflüsse auf das Feuerwehrwesen momentan, die einen gestaltenden Einfluss auf die Zukunft von "Retten, Löschen, Schützen und Bergen" haben werden.

Es liegt an uns, was wir aus dieser herausfordernden Situation machen und wie wir somit aktiv die Feuerwehrzukunft nachhaltig gestalten und prägen werden.

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